Das gelbe Heft

Das Vorbeugen von Krankheiten kann nicht früh genug beginnen. Bereits während der Schwangerschaft werden die werdende Mutter und das ungeborene Kind durch die regelmäßigen Mutterschaftsuntersuchungen begleitet. Bedeutsam ist das rechtzeitige Erkennen von Fehlentwicklungen bei Kindern. Hier können Ärzte eingreifen, bevor Schäden überhaupt entstehen.

Die erste der Kinderuntersuchungen – kurz U1 genannt – nimmt der Arzt direkt nach der Geburt vor. U2 bis U9 folgen innerhalb der ersten sechs Lebensjahre zu festgelegten Zeiten. Der Arzt überprüft bei diesen Untersuchungen, ob die Schilddrüse richtig arbeitet, das Kind alle Schutzimpfungen erhält und außerdem viele andere Werte, die für ein gesundes Aufwachsen wichtig sind.

Die Eltern bekommen auf der Entbindungsstation oder von ihrem Kinderarzt ein gelbes Heft, in dem genau steht, wann welche Untersuchung ansteht. Außerdem trägt der Kinderarzt die Ergebnisse der Untersuchungen darin ein.

Die Inhalte der "U's" (Kinderuntersuchungen):

U1, U2, U3, U4, U5, U6, U7, U8, U9, U10

U10

Zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr findet die letzte Untersuchung vor dem Eintritt ins Jugendalter statt. Sie wird deshalb auch als Jugenduntersuchung (J 1) bezeichnet.

Sie besteht aus einer körperlichen Untersuchung mit Urin und Cholesterintest sowie einem Hörtest, der Kontrolle des Blutdrucks und einer Überprüfung von Körperhöhe und Gewicht. Der Impfstatus wird überprüft und ggf. fehlende Impfungen werden durchgeführt. Diphterie- und Tetanusimpfungen werden in der Regel aufgefrischt und Mädchen sollten die wichtige Impfung gegen Röteln erhalten. Zudem findet ein vertrauliches Gespräch zwischen Arzt und „Patient“ zu jugendspezifischen, medizinisch relevanten Themen statt.