Das gelbe Heft

Das Vorbeugen von Krankheiten kann nicht früh genug beginnen. Bereits während der Schwangerschaft werden die werdende Mutter und das ungeborene Kind durch die regelmäßigen Mutterschaftsuntersuchungen begleitet. Bedeutsam ist das rechtzeitige Erkennen von Fehlentwicklungen bei Kindern. Hier können Ärzte eingreifen, bevor Schäden überhaupt entstehen.

Die erste der Kinderuntersuchungen – kurz U1 genannt – nimmt der Arzt direkt nach der Geburt vor. U2 bis U9 folgen innerhalb der ersten sechs Lebensjahre zu festgelegten Zeiten. Der Arzt überprüft bei diesen Untersuchungen, ob die Schilddrüse richtig arbeitet, das Kind alle Schutzimpfungen erhält und außerdem viele andere Werte, die für ein gesundes Aufwachsen wichtig sind.

Die Eltern bekommen auf der Entbindungsstation oder von ihrem Kinderarzt ein gelbes Heft, in dem genau steht, wann welche Untersuchung ansteht. Außerdem trägt der Kinderarzt die Ergebnisse der Untersuchungen darin ein.

Die Inhalte der "U's" (Kinderuntersuchungen):

U1, U2, U3, U4, U5, U6, U7, U8, U9, U10

U9

Mit etwas über fünf Jahren findet die neunte Vorsorgeuntersuchung statt. Umfangreich werden Wiederholungsuntersuchungen durchgeführt, um den gesamten Entwicklungsverlauf zu analysieren und gegebenenfalls neu aufgetretene Störungen feststellen zu können.

Stellt der Kinderarzt Entwicklungsverzögerungen bzw. eine Wachstumsstörung des Kindes fest, wird er gemeinsam mit den Eltern Möglichkeiten der Therapie besprechen oder zu einem entsprechenden Facharzt überweisen. Sollten Eltern von sich aus – auch außerhalb der vorgegebenen Untersuchungszeiträume - den Verdacht einer Entwicklungsverzögerung oder Wachstumsstörung haben, sollten Sie nicht zögern, mit diesem vermuteten Problem zum Arzt ihres Vertrauens zu gehen und offen mit ihm darüber zu sprechen. Denn nur eine frühe Diagnose kann im Falle einer tatsächlichen Störung zu einer rechtzeitigen Therapie führen.